Vom Schreiben

Schreiben ist eine der ältesten und wichtigsten Kulturtechniken der Menschheit. Das geschriebene Wort hilft nicht nur Gedanken über Zeit und Raum zu transportieren. Vielmehr ermöglicht es uns überhaupt erst, Ideen ab einem gewissen Grad von Komplexität – allein oder noch wichtiger im Kollektiv – zu entwickeln.

Denn die Gedanken, so heißt es, sind frei, rauschen vorbei wie nächtliche Schatten. Erst in der Schriftlichkeit treten diese Schatten ins Licht und werden greifbar.

In meinem Leben nimmt das Schreiben sowohl privat als auch beruflich eine wichtige Funktion ein. Dabei fällt mir immer wieder auf, wie vielfältig Aufschreibtechniken und -systeme sowie die Wahrnehmung von Text sind.

Text im Medienwandel

Auf dieser Seite möchte ich einige Gedanken zu diesen Themen sammeln. Gerade mit Blick auf den Wandel, der die Schreib- und Lesekultur im 21. Jahrhundert ereilt. Internet und digitale Medien haben im Laufe der letzten 30 Jahre eine bis dahin ungekannte Medienkonvergenz ausgelöst. Texte, Bilder und Videos sind genau wie Kommunikation, Unterhaltung und Information längst zu einem Medium verschmolzen: dem Internet.

Mit dem Aufkommen sogenannter Large Language Models (vulgo „Künstlicher Intelligenz”) wie GPT ist in jüngerer Vergangenheit eine weitere Neuerung aufgekommen. Noch ist schwer abzuschätzen, wie stark diese neue Technik das schreibende Denken in den kommenden Monaten und Jahren verändern wird. Dass sie aber eklatante Veränderungen in vielen Schreibprozessen auslösen wird, das steht mittlerweile für die meisten außer Frage.

Wird Schreiben im herkömmlichen Sinne damit zum Auslaufmodell? Aufwendige Berechnungen führt heute schließlich auch niemand mehr von Hand durch. In jedem Fall wird es spannend, diese Veränderungen in den kommenden Jahren zu beobachten.